Geschichte Volksschule Götzendorf

1870 fasste der Gemeindeausschuss in Oepping den Beschluss, in Götzendorf eine einklassige Volksschule zu errichten. Fürst Gustav von Lamberg in Steyr genehmigte die Unterbringung der Schule und der Lehrerwohnung im Schlosse. Dem Schulsprengel Götzendorf wurden folgende Ortschaften zugewiesen: Götzendorf, Rumersdorf, Pehersdorf, Obergahleiten (mit Ausnahme der Häuser Nr.:4, 5,6), Unterfischbach (Ausnahme Nr.: 6, 7 ), Dobretshofen (Ausnahme Nr.:3 ) und aus der Gemeinde St. Leonhard die Ortschaft Rutzersdorf.

Ab 3.7. 1871 wurden 46 Knaben und 38 Mädchen (die sogenannten Sonntagsschüler eingeschlossen) in Abteilungen von Oberlehrer Josef Ringler in der am 29.6. feierlich eröffneten Schule unterrichtet.

Nach dem großen Brande am 16. November 1899 ging das Schloss als Brandstätte um den Betrag von 4000 Kronen in den Besitz der Gemeinde über. Es folgten die Adaptierungen der Schulräume und Lehrerwohnung und die Erweiterung der Schule um eine Klasse. Durch diesen Brand blieb der Gemeinde der Bau einer neuen Schule erspart. Für diesen Fall war schon früher von der Gemeinde der alte massive „Zehent“-Getreidekasten, der zu Beginn der Allee stand, gekauft worden. Die Adaptierungsarbeiten kamen auf 7000 Kronen.

Seit 3. 11. 1901 wurde die Schule zweiklassig geführt.

Von Oberlehrer Ludwig Irninger (1896 bis 1929 Leiter der VS Götzendorf) ist ein umfassendes handgeschriebenes Heimatbuch in der Schule erhalten.

Ab 1. Februar 1945 wurden sämtliche Volks-, Haupt- und Oberschulen des Gaues geschlossen . Brennstoffmangel dürfte der Hauptgrund gewesen sein.

Nach dem Krieg wurden Jahr für Jahr kleinere Sanierungsarbeiten aber schließlich auch größere bauliche Verbesserungen durchgeführt. I

m Sommer 1958 wurden die Tram-Decke über der 2. Klasse, die schon sehr schlechte Decke über der Lehrerwohnung und dem Klassenvorraum im 1. Stock abgerissen und durch eine harte Decke ersetzt. Bei diesem Umbau wurde der Vorraum zur Klasse in eine Kanzlei umgewandelt.

In den Hauptferien 1959 wurde das alte Schülerklosett abgetragen und neue, moderne sanitäre Anlagen für die Schüler geschaffen.

1960 wurde der neue Eingang in die Schule angebaut.

1966 konnten die seit langem geplante Adaptierung der 1. Klasse endlich in Angriff genommen werden. Bei den Abräumungsarbeiten wurde ein Loch in der Tramdecke festgestellt. Etwa einen halben m 2 groß hatte der Brand von 1899 die Decke in Mitleidenschaft gezogen. Die Abtragung der Decke wurde veranlasst. Als neue Decke wurde eine Spannbetondecke verlegt.

Mit Beginn des Schuljahres 1968/69 wurden die Ortschaften Hennerbach und Rutzersdorf von unserem Sprengel abgetrennt und dem Sprengel der VS Sarleinsbach angegliedert. Außerdem erfolgte der Einbau der Zentralheizung.

Im Schuljahr 1970/71 gab es 24 Anfänger (insgesamt 113 Schüler). Nachdem Herr Petrus (Benefiziat) den Saal einige Stunden zur Verfügung stellte, ließ sich eine lehrerlose Klasse einbauen. Götzendorf wurde dreiklassig geführt. Auf Grund der Bemühungen des Herrn Pfarrers wurde nun doch auch dieses Jahr der Telefonanschluss hergestellt.

Im folgenden Schuljahr fiel die 3. Klasse wieder weg, da der Saal nicht mehr benutzt werden sollte.

Im Schuljahr 1973/74 ergab sich durch die Abgabe der VS-Oberstufe zwar keine Neuorganisation, sondern eine Umgruppierung der Klasseneinteilung. Die bereits vorliegenden Baupläne einer Erweiterung der Volksschule und zur Errichtung eines Bildungszentrums im Schloss Götzendorf wurden nicht mehr umgesetzt.

Im Schuljahr 1981/82 war ein historischer Tiefpunkt bei den Schülerzahlen (20) erreicht. Mit einer Sondergenehmigung konnte die zweiklassige Organisationsform erhalten bleiben.

Im Sommer 2001 musste die Dübeltramdecke zwischen 2. Klasse und darunter liegender Lehrerwohnung aus statischen Gründen erneuert werden. Sie wurde durch eine genagelte Massivholzdecke ersetzt.

2003 wurde die Schulbibliothek eingerichtet.

2010:
Mit Gemeinderatsbeschluss v. 22.04.2010 wurde festgelegt, den Volksschulstandort Götzendorf mit Ende des Schuljahres 2009/2010 aufzulassen. Alle Bemühungen zur Erhaltung der Zweiklassigkeit der Volksschule Götzendorf blieben leider erfolglos. Angesichts der rückläufigen Schülerzahlen stand der Schule Götzendorf ab dem Schuljahr 2010/2011 die Einklassigkeit bevor. Diese Schulform wurde von den Pädagogen einerseits aus pädagogischen Gründen und anderseits aus wirtschaftlichen Gründen hinsichtlich Erhaltung von zwei Kleinstschulen in der Gemeinde nicht empfohlen. Mit mehrheitlichem Beschluss musste der Gemeinderat letztendlich die Entscheidung zur Aufhebung des Schulstandortes Götzendorf treffen. Der Schulsprengel Götzendorf wird in den Schulsprengel Oepping eingegliedert. In Oepping wird die Schule dreiklassig geführt. Die Entscheidung der Schließung der über 100 Jahre alten Schule ist dem Gemeinderat nicht leicht gefallen.

Verabschiedung von der Volkschule Götzendorf - Juli 2010:
Mit einer von den Schülern sehr nett gestalteten Feier verabschiedeten sich die Götzendorfer Volksschüler zum Schulschluss nicht nur vom Schuljahr, sondern auch von ihrer Schule und ihren lieb gewonnen Lehrkräften.
Mit Ende des Schuljahres 2009/2010 wurde die 1811 gegründete zweiklassige Volksschule Götzendorf Geschichte. Bürgermeister Peinbauer sprach bei der Verabschiedung des Lehrkörpers über die Entwicklung der Schule, für deren Aus die rückläufige Schülerzahlen verantwortlich waren. Er bedankte sich beim Lehrkörper, für das stete Bemühen um die Götzendorfer Schüler, insbesondere bei Frau OSR Maria Roth, die seit 1979 an der Schule tätig war und 2011 mit der Leitung der Schule beauftragt wurde. Besonders hob der Bürgermeister ihr Engagement für das Schloss Götzendorf hervor. Mit der Überreichung von Geschenken wünschte er allen Pädagogen viel Erfolg an ihren neuen Arbeitspläten.

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